Null-Null-Notstand in Winterberg

 Eigentlich will ich nur neues Filmfutter für meine Lomo kaufen. Laut der netten Rezeptionistin befindet sich der nächste DM-Markt in 5 Minuten Entfernung. Aber heutzutage kann ja keiner mehr Karten lesen… So verlaufe ich mich zwei mal ganz gewaltig und bin letztendlich 2 Stunden unterwegs.

 

Als ich ziemlich erledigt im örtlichen Einkaufszentrum ankomme, muss ich mir sagen lassen, dass es dort keine Toilette gibt. Aber ein paar Schritte weiter, direkt an einer belebten Kreuzung mit mehreren Bushaltestellen, einer dieser öffentlichen Zellen mit absolut vandalismussicherem, sandstrahlgebürstetem  Innenleben. Zwei Eingänge hat der Pavillon. Leider purzeln meine 50 Cent immer wieder aus dem Münzschlitz der Damen- und Behindertentoilette. Verzweifelt wende ich mich dem Pissoir-Eingang zu – und siehe da: mit 30 Cent bin ich dabei. Der Rest ist reine Körperbeherrschung. Uff, gerade noch mal gut gegangen.

 

 

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Liebe Gemeinde Winterberg,

 

diesen eklatanten Notstand muss ich explizit anprangern. Schliesslich gilt freier Toilettengang als einer der verbrieften Menschenrechte. Vielleicht möchten Sie sich ein Beispiel an meiner Heimatgemeinde Böblingen nehmen: dort hat sich  die Nette Toilette seit Jahren etabliert.

 

Aber vielleicht verlässt man sich im Sauerland ja immer noch auf das Rheinische Grundgesetz §3: Et hätt noch emmer joot jejange!

 

Vom Sauertal ins Sauerland

Morgens erst mal mit dem Büs zum „Cactüs“, dem örtlichen Supermarkt. Auffrischen des Reiseproviants (Eau de vie, Eau de toilette, Eau naturelle, olala).

 Dank Jürgen schaukelt uns „Voyages Bollig“ nun ins nächste Einsatzgebiet. Natürlich mit Zwischenrast an der Lomo-Tanke.

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 Während der Fluss Sauer einerseits Deutschland von Luxemburg trennt, scheint das Sauerland durch 100km Landstrasse + 20km Umleitung von der restlichen Zivilisation getrennt.  Allseits erschöpft schlagen wir im Hapimag Resort Hochsauerland auf, einer wahrlich schmucken Feriensiedlung am Südhang von Winterberg.

 Die aufmerksame Frage der Rezeptionistin „Reicht EIN Schlüssel?“, erklärt sich beim Betreten des Appartements. Die ausladende 2 ½- Zimmerwohnung (voll möbliert, EBK, Parkettboden, Südbalkon) würde auch einer mittleren Kleinfamilie mit Hund und Kind(ern) ausreichend Platz bieten. Die Küche ist feinstens ausgestattet mir Espressomaschine, Toaster, Wasserkocher und einem 5teiligen Aussteuerservice. Man weiss ja nie, wer noch zu Besuch kommt. (nur die Mikrowelle fehlt noch, aber die ist ja grad on tour)

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 Für einen kurzen Moment ringe ich mit dem Gedanken, mich für die nächsten beiden Tage krank zu melden und auf dem herrlichen Holzbalkon mit Blick ins Grüne und reichlich Vogelgezwitscher endlich am Roman meines Lebens zu schreiben. Genauso habe ich mir das immer vorgestellt.

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PS. In der Reihe „Verkehrsschilder der Region“ möchte ich dem geschätzten Fachpublikum heute das untenstehende Fundstück präsentieren.

img_6610.JPGDass in Winterberg ganzjährig die Loipen gespurt werden, dürfte hinlänglich bekannt sein. Doch was ist bitteschön ein Wendehammer?

Sämtliche richtigen Einsendungen nehmen an der Verlosung wahlweise eines Püllekens

a)     Eau de vie

b)     Eau de toilette

c)      olala

teil

Lomo on!

Whoww! Unsere Best-of-WandernTour hat auch die Lomographic Society International begeistert, die diesen Event nun gebührend auf ihren Magazine-Seiten anpreist:

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Dank an die Headquarters in Vienna, besonders an Lisa Rümmele!

PS@Headquarters:
Die Innsbrucker Teilnehmerin fragt mich dauernd, wo man denn diese Lomo-Kameras kaufen kann. Liebe Leute, vergesst bei der weltweiten Mission eure eigene Heimat nicht! Ich kann doch nicht alles machen. 😉

Luxembourg 10 points

114024ff0d2bdd7f6f98a126a05d6e0ea37eDer Tag startet mit RTL Radio Luxemburg, Mikrowell on Tour.  Der Moderator Patrick Greis & Konsorte touren mit einem schmucken Wohnmobil durch die luxemburgischen Lande und halten immer dort, wo grad die Musik spielt (Hallo Männo: Wär das nicht dein Traumjob beim SWR? Etwa: Kehrschaufel unterwegs?)

Als alte Medienhasen reissen wir kurz mal ein paar Interviews runter, geschickt gespickt mit Luxemburg-Lobhudeleien und Wander-Wunderstories (um mit Elisabeth zu sprechen: Immens!)

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Mit stolz geschwellter Brust geht`s weiter zum Schloss Beaufort, wo sich die Schlossherrin Mmd Linckels zwar wegen Unpässlichkeit entschuldigen lässt, uns der dort produzierte Johannisbeer-Likör Cassero jedoch sehr pässlich erscheint (um mit Steffie zu reden: Passt scho!).

Und weil`s so toll war, noch mal ab auf den Mullerthal-Trail.
Wer vermutet, das Logo stelle den stilisierten Buchstaben M dar, liegt vermutlich falsch. Nach meinem Gefühl steht es für das kontinuierliche Auf und Ab der Wege und Stege. Die heutige Route vom Predigstuhl über Berdorf nach Echternach toppt fast noch die gestrige. Sensationelle Canyons und Schluchten, die der Hit wären bei jeder Location-Tour für den nächsten Wildwest-Film.

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So laufen wir dann auch recht breitbeinig wieder in Echternach ein.  Die Höhenmeter der letzten beiden Tagen dürften proportional zum Umfang unserer Waden stehen. Vermutlich haben wir jetzt jegliche Chancen verwirkt, im nächsten Winter noch passende modische Langschaftstiefel zu finden. Macht nix – aus den Wanderschuhen kommen wir eh nie wieder raus.

img_6591.JPGPS. Noch ein Fundstück am Rande.
Der Accent-Überfluss ist in diesem Lande so gross, dass er selbst vor Strassenschildern nicht halt macht.

Wer die Bedeutung dieses Schildes errät, wird zu Hause mit einem Probeschluck aus Mme Linckels Laboratorium belohnt.