Last Exit Echternach

Luxemburg? Bislang komplette terra incognita für die meisten von uns.

Dabei freuen wir uns wie Bolle, von einem geräumigen Grossraum-Mercedes des luxemburgischen Fuhrunternehmens „Voyages Bollig“ sehr komfortabel ins nächste Einsatzgebiet transferiert zu16e70f83cd8942d6a5c98f7bb716ccf764eb werden.

Jürgen, unser überaus sympathische Chauffeur, parliert wie eine Mischung aus meinem Kollegen Werner Marx aus Trier und meiner Ex-Kommilitonin Rosi aus Eschweiler. Welch Wohlklang in meinen Ohren Sobald ich weiss, wie man hier Audiodateien einstellt, führ ich es euch vor.

Unsere Fahrtroute nach Echternach, der ältesten Stadt Luxemburgs, ist gepflastert von bedeutungsschweren Sehenswürdigkeiten. Als da wären: Hambach, die Geburtsstätte meines Smarts; Saarbrücken, dem Erstaufführungs-Ort des legendären Dokumentarfilmes LOve & MOtion.

Meine bescheidene Filmrolle in letzterem verschweige ich den Mitstreitern, aus Angst, die begrenzte Anzahl meiner Autogrammkarten zu schnell zu verschleudern.

Dafür akquiriere ich während des Lunches in Saarbrücken lässig einige neue begeisterungsfähige Lomographen:

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Somit ist die lomographische Quote für diese Woche erfüllt und ich kann mich – schon reichlich erschöpft – den restlichen Aufgaben zuwenden. Und das sind nicht wenige. Das Wandern scheint dabei eher eine unbedeutende Nebenrolle zu spielen.

Immer unterwegs, auch von Zuhaus´ – Part 2: Wanderlieder

Also wieder mal ein Müller! Was im Fußball der Gerd und aktuell der Peter für das politische Saarland, war und ist für die deutschsprachige Wanderdichtkunst unser Wilhelm. Im Jahre 1818 schuf Wilhelm Müller wohl einen der bekanntesten Texte im heimischen teutonischen Wanderraum. Knappe 25 Jahre später erst, genauer gesagt 1844, hauchte ein gewisser Karl Friedrich Zöllner dem Ganzen auch noch eine arglose, pfiffige und unverwechselbare Melodie ein. Und fortan war wohl DER Evergreen, ja DAS bis heute absolute Highlight unter den deutschen Wanderliedern geboren.
Ob der Tegernseeer Wanderchor, ob der Chemnitzer Liederkreis e.V., überall haben wir alle es (das Wandern) vom Wasser gelernt, vom Wa-ha-ha-sser. Der blaue Bock schunkelte es uns vor, die Lustigen Musikanten swingten es hinterher, bei kessen Silvesterpolonaisen wackelte die ZDF-Showtreppe, „das hat nicht Ruh‘ bei Tag und Nacht“. Bis heute.

Bis heute? Wir fragen uns aktuell doch zurecht, ob der muntere Reimeschmied damals sich gar nur selbst, nomen est omen, im Kopf hatte, als er vom „Wandern ist des Müllers Lust“ fabulierte.
Und was wohl unsere wackeren Best of Wanderer 2009 heute so brummen, summen, pfeifen, flöten, singen? Immerhin: Ist doch auf der Südroute ein gewisser Alain Muller am Alpenstart. Und auf der Nordroute tippelt sogar eine waschechte Müllerin! Wenn das mal nicht inspiriert, rein gesangstechnisch.

Kulinarische Sternstunden

Wer es noch nicht wissen sollte: Mehr Schwarzwald ist nirgends!

Zum Finale überschlägt sich die Tourismusdirektion geradezu. Zaubert zum ersten Mal während unseres Aufenthaltes einen kräftigen Regenschauer, um die drei Schritte bis zum Bareiss  zur trekkingschirmtechnischen Teststrecke auszurufen.

Die Dorfstube des Bareiss glänzt im Schwarzwaldstil in vollendetster Ausprägung. Bestickte Sitzkissen , umkränzte Lampenschirme, dirndlgesschmückte Servicedamen. Hier bietet sich die letzte Gelegenheit, die önologischen Highlights unserer schwäbischen Heimat zu verinnerlichen und einen 2004er Samtrot von Drautz-Able kredenzen zu lassen. Nicht nur  der sächsiche Weinzahn wirkt beeindruckt, selbst die Spezi-Fraktion lässt sich zu einem Gläslein Traubensaft aus dem Hades hinreissen. Sauberle!

 Als mein Nebensitzer seine Kamera zückt, um mein Bachsaiblingsfilet an Morchelrahmsosse und badischen Spargelspitzen zwecks Inspiration für die nächste Kochwettbewerbsteilnahme abzulichten, gebe auch ich mir einen Ruck.

 Während das Team sich genüsslich durch hochdekorierte Köstlichkeiten schlemmt,  übe ich heimlich auf der Bareiss`schen Toilette die ersten Klicks mit meiner Digitalkamera.

 bild-014.jpgZum Abschluss noch eine Runde Zibärtle – Schnaps für alle, samt etymologischer Aufklärung über die wohl zypriotische Heimat des seltenen Steinobstes. Ich sag doch: Reisen bildet!

 Danke Anja, danke Patrick!! Ihr habt Euer Bestes gegeben – und noch viel mehr. Der Wanderkollege aus Sachsen ist ernsthaft beeindruckt, die Mädels giggeln hochtourig vor sich hin und die Luxemburg-Abordnung wird sicherlich eine schlaflose Nacht verbringen. Nicht nur wegen der halben Dutzend MMS-Irrläufer auf dem Handy (Orkan Lothar mit der Nachricht: Willkommen in der EU). Ausser Saubohnen mit Speck scheinen uns nämlich keinerlei kulinarische Köstlichkeiten in LU zu erwarten. 

 Sauberle!