Heul doch!

„

Individuelle oder geführte Wandertour je nach Absprache“ steht heute gestern  erstmalig im Programm und wir reiben uns verwundert die Augen.  Doch anstatt mit dem Dampfer auf der Elbe zu kreuzen oder mit dem Fahrrad in die Tschechei zu radeln oder auf dem Sonnendeck der Elbresidenz zu faulenzen, laufen wir einfach weiter. Wie die Lemminge. Und ewig grüsst das Murmeltier.

 img_7017.JPGThomas spielt heute den Local Guide und das ziemlich virtuos. Er sorgt dafür, dass auf der Bastei endlich der hartnäckige Nebel aufreisst und wir bei 30 Grad über die Felsenburg spazieren und so grandiose Aus- und Einblicke haben, dass uns die Spucke wegbleibt. (Okayokay, ein bisschen ist auch das aktuelle Hoch Diana am Erfolg des Tages beteiligt).

 

Unerschrocken laufen wir durch bis zum Lilienstein, wo das schon obligatrische tägliche Gewitter niedergeht. Das mit der Bergwacht habe ich mir längst abgeschminkt, also stapfe ich stoisch weiter. Was sagt der Rheinländer: „Et kütt, wie et kütt.“ Oder der Dalai Lama: „NIchts ist entspannender, als das anzunehmen, was kommt.“

 Wer jetzt noch einen witzigen Wanderbericht erwartet, muss enttäuscht werden.  Die Sächsische Schweiz ist inzwischen zwar auf Platz 1 meiner persönlichen Rankingliste gerutscht, doch meine Kraft zum Fabulieren ist erschöpft. Kommt einfach selbst vorbei und kuckt es euch an. Geheimtipp: Familie Dobritzsch pflegt eine lange Tradition in der Vermietung von Gästezimmern.

 

PS

Der wahre Grund meiner heutigen Blog-Hemmung liegt in einer melancholischen Anwandlung, die schon am gestrigen Abend ihren Lauf nahm. Während die Gruppe wie immer Party machte, sass ich alleine am Elbeufer, blickte verträumt in die Nebelschwaden, lernte erst Sven aus Dresden kennen, dann einen Elton-John-Verschnitt am Piano und heulte mir die Seele aus dem Leib. Wieso kann das nicht ewig so weitergehen? Muss ich wirklich in mein kleines, bescheidenes Leben zurückkehren?

img_6963.JPGimg_6927.JPGimg_6971.JPGimg_6990.JPG


Fortsetzung folgt.

6 Antworten auf „Heul doch!“

  1. Ach, Frau,

    nur ein schwacher Trost, aber immerhin: Inzwischen bin ich ja durch hunderte von nächtlichen Nebelschwaden auch heile morgens um sieben (da ist die Welt bekanntlich noch in Ordnung) hier bei dir angekommen. Recht haste. Feiner Ort, smarte Wandercrew, tolle Landschaft. Da will man bleiben. Kann ich gut verstehn.

    Dein Männo.

  2. geschafft!!! gerade rechtzeitig, bevor es zur Angewohnheit wird – sag ich um zu troesten und freue mich auf die Berichte von der kommenden Tour. was fuer eine koennte es werden? momentan laeuft Tour de France … zuerst jedoch bitte den Heim aussuchen und Klammotten wechseln

  3. Tour de France? Wer will das noch sehn? Die Jungs sind doch so mit Chemie voll gepumpt… Und Best of Wandern, das lief doch ganz ohne Doping, oder wie oder was…?

  4. Es gibt auf der Welt einen einzigen Weg, welchen niemand gehen kann außer dir: Wohin er führt, frag nicht. Geh ihn!
    Nietzsche

    Deiner führte jetzt nach Hause…..leider, aber irgendwie auch schön……..
    Ich erinnere an einen Eintrag mit dem gleichen Titel, als du nicht weg wolltest 🙂

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